December 10, 2021

Neurozentrisches Training

Bevor wir uns mit der Anwendung von neurozentrischem Training beschäftigen, gilt es, die Hintergründe des Trainings zu verstehen.

Alles was in unserem Körper passiert, ist immer eine Reaktion darauf, was der Körper an den Kopf sendet. Beispielsweise entstehen durch Geräusche bestimmte Reize im Ohr, das Hirn interpretiert diese und reagiert mit dem motorischen System darauf. Alle neurologischen und neurozentrierten Prozesse wie Bewegungen, Schnelligkeit und Schmerzwahrnehmung werden durch das Gehirn gesteuert. An diesem Punkt setzt das neurozentrisches Training, auch Neuroathletik oder Neurotraining genannt, an.

Gezielte Reizsetzungen führen dazu, dass sich die Qualität der eingehenden Informationen und deren Verarbeitung verbessert. Die meisten physischen und mentalen Einschränkungen wie Schmerz oder Schwäche entstehen im Gehirn als Überreaktionen. Diese Schmerzen, Fehlbelastungen, schlechte Körperhaltungen und Verspannungen in der Muskulatur sind alltäglich. Neurozentrisches Training nimmt deinem Gehirn die Notwendigkeit diese Reaktion zu erzeugen, denn es verlagert den Fokus von Muskeln und co. auf das zentrale Nervensystem mit den unterschiedlichen Wahrnehmungsorganen. Über Bewegungen können so Areale im Gehirn identifiziert werden, die nicht optimal funktionieren und Übungen erstellt werden, die diese Areale aufarbeiten und verbessern.

Das Ergebnis: Weniger chronische Schmerzen, verbesserte Beweglichkeit und höhere körperliche und mentale Leistungsfähigkeit. Kurz: schmerzfrei, stärker, schneller und resilienter leben.

Unser Gehirn hat die Fähigkeit, sich anzupassen. Bis ins hohe Alter ist es möglich, neue Dinge zu erlernen, sei es Sprache oder Bewegung. Oft reicht eine kleine Übung aus, eine Veränderung im Nervensystem hervorzurufen, die dazu führt, dass man sich besser bewegen kann. Wichtig ist die Festigung dieser Ergebnisse; Verspannungen sollen sich dauerhaft lösen und die optimierte Bewegungsfreiheit ein Dauerzustand werden. Hierzu muss das Gehirn ständig daran erinnert werden.

Traditionelle Trainingskonzepte arbeiten output-orientiert — sie konzentrieren sich auf den subjektiv angemessenen Output: Wenn wir nicht in der Lage sind, eine bestimmte Bewegungsaufgabe auszuführen, machen wir in der Regel einen Rückschritt und entwickeln uns weiter, bis wir in der Lage sind, sie auszuführen.

Wenn jedoch qualitativ hochwertige Informationen von uns selbst oder unserer Umgebung fehlen oder die integrativen Fähigkeiten gestört sind, wird ein rein output-orientierter Ansatz für die Sportlichkeit unweigerlich scheitern. Wir wollen alle Systeme, die mit der Bewegungserzeugung verbunden sind, respektieren und kompensatorische Muster entwirren.

Unser Testsieger: Neurozentrisches Training.